ISGF Institut für Sucht-
und Gesundheitsforschung
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Gesundheitsökonomie

Der Erforschung ökonomischer Rahmenbedingungen und Konsequenzen der gesundheitlichen Versorgung kommt national und international eine wachsende Bedeutung zu. Gesundheitspolitik und Leistungserbringer sind zunehmend mit der Frage konfrontiert, wie der Wert und der Nutzen der gesundheitlicher Massnahmen sind und wie knappe Ressourcen auf ganz unterschiedliche Bereiche der Gesundheitsversorgung verteilt werden können. Grundlage für solche Entscheidungen sind empirische Erkenntnisse über Nutzen und Kosten der Versorgung.

Die gesundheitsökonomische Forschung am ISGF widmet sich den Fragestellungen

  • mit welchen Kosten und Nutzen gesundheitliche Behandlungen verbunden sind,

  • wie sich dies verlässlich für die verschiedenen Bereiche der medizinischen Versorgung quantifizieren und abbilden lässt und

  • wie gesundheitpolitische Entscheidungen über den sinnvollen Einsatz knapper Mittel getroffen werden können.

Die gesundheitsökonomischen Evaluation, also die vergleichende Untersuchung von Kosten und Nutzen verschiedener Behandlungen, ist ein Kernstück der gesundheitsökonomischen Forschung. So beteiligt sich das ISGF beispielsweise gerade im Rahmen einer internationalen, randomisierten multicenter Studie an der Untersuchung der Kosteneffektivität alternativer Formen der Behandlung der Cannabisabhängigkeit bei Jugendlichen (INCANT).

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit am ISGF liegt im Einsatz und der Erforschung von Verfahren zur Nutzenbewertung. Neben traditionellen gesundheitsökonomischen Verfahren zur Nutzenbewertung (z.B. der Bestimmung "qualitäts-adjustierter Lebensjahre") werden am ISGF auch innovative Methoden der Präferenzmessung und Nutzenbestimmung sowohl aus individueller Patientensicht als auch aus gesellschaftlicher Perspektive eingesetzt. Diese Verfahren wurden beispielsweise angewandt, um die Präferenzen der Bevölkerung für die ambulante chirurgische Versorgung zu untersuchen.

Literatur:

Schwappach D L B, Strasmann T J (2007, in press): Does location matter? A study of the general publics' preferences for surgical care provision. Journal of Evaluation in Clinical Practice

Schwappach D L B (2007, in press): Die ökonomische Bedeutung psychischer Erkrankungen und ihrer Versorgung � ein blinder Fleck? Neuropsychiatrie

Schwappach D L B, Boluarte T A (2007, in press): HEE-GER: A systematic review of German health economic evaluations published 1990-2004.BMC Health Services Research

Schwappach D L B, Strasmann T J (2006): "Quick and dirty numbers"? The reliability of an internet-based stated-preference technique for the measurement of preferences for resource allocation. Journal of Health Economics 25: 432-448